Presse und Termine
Veranstaltung in Kooperation mit der Stiftung Demokratie Saarland (SDS):
12. November 2026, 18:00 Uhr
Politische Akademie der SDS
Europaallee 18, D-66113 Saarbrücken
Livestream bei YouTube
Dr. Lale Akgün
Säkularität, Religionsfreiheit und Politischer Islam
Herausforderungen für die liberale Demokratie
„Man kann entweder ein Laizist sein oder ein Moslem, beides zusammen geht nicht. Warum nicht? Wenn Du ein Moslem bist, dann weißt Du, dass die Macht dem Schöpfer der Muslime, Allah, gehört. Es heißt ja immer ‚die Macht gehört ohne Wenn und Aber dem Volk‘ (Mustafa Kemal Atatürk); das ist falsch! Die Macht gehört ohne Wenn und Aber Gott!“ R.T. Erdoğan, 1994
Dieses Zitat von Erdoğan hat bis heute nichts von seiner Aktualität verloren und zeigt die Kernaussage des Politischen Islams. Denn, wenn die Macht auch auf Erden allein Gott gehört, dann werden seine Statthalter auf Erden darauf bedacht sein, Gottes Wort, den Koran möglichst getreu, wenn nicht wortwörtlich und vor allem in ihrem Sinne umzusetzen. Die Macht Gottes wird somit transformiert zur Macht seiner Statthalter, die diese Macht dann nach ihrem Belieben einsetzen können. Damit geht meist einher, dass Meinungs- und Pressefreiheit, Religionsfreiheit und Gleichberechtigung entfallen. Alles Errungenschaften der Aufklärung.
Kann es eine Gegenbewegung geben? Einen „aufgeklärten“ Islam? Welche Voraussetzungen braucht es dafür? Können wir mit der verfassungsrechtlich gesicherten Religionsfreiheit dem Politischen Islam Einhalt gebieten? Welche Rolle spielt dabei die Säkularität in Deutschland? Und letztendlich: Wo steht der Islam heute in Deutschland und was heißt das für den gesellschaftlichen Zusammenhalt? Nicht umsonst wiederholen liberale Muslime unermüdlich den Satz: „Säkularität ist nicht alles, aber ohne Säkularität ist alles nichts“. Ausgehend von dieser These soll in dieser Veranstaltung das Verhältnis von Politischem Islam, Säkularität und Religionsfreiheit dargestellt und diskutiert werden.
Dr. Lale Akgün
geb. am 17.09.1953 in Istanbul, hat in Marburg/Lahn Medizin, Psychologie und Völkerkunde studiert und ist approbierte Psychotherapeutin sowie Autorin mehrerer Bücher zum Thema Islam und Integration. Zuletzt erschien von ihr das Buch „Hüzün…das heißt Sehnsucht – wie wir Deutsche wurden und Türken blieben“. Sie saß zwei Legislaturperioden für den Kölner Süden im Deutschen Bundestag und war dort für die Themen Europa und Innenpolitik zuständig, außerdem islampolitische Sprecherin ihrer Fraktion. Sie ist eine fundierte Kennerin der islamischen Szene in Deutschland und hat einige Bücher und Artikel veröffentlicht.
Sie ist Mitbegründerin des Arbeitskreises Säkularität und Humanismus (AKSH) in der SPD und im Bundesvorstand. Sie arbeitet seit seiner Gründung im Arbeitskreis Politischer Islam (AK Polis), einem parteiübergreifenden und weltanschaulich pluralem Netzwerk, das sich für den Schutz der freiheitlichen demokratischen Grundordnung in Deutschland engagiert.
Organisatorisches
Anmeldungen zur Veranstaltung bitte an die Stiftung Demokratie Saarland
Ansprechpartner
Sebastian Beck
0681 - 906 26 - 10
sb@sdsaar.de oder über folgenden Link: Stiftung Demokratie Saarland
Unsere Medieninformation zur Gründung:
ISAH Saarland: Neue Stimme für Konfessionsfreie im Saarland
Saarbrücken, 12. August 2026
Am 10. August fand in Saarbrücken die Gründungsversammlung der Initiative „ISAH Saarland“ statt, auf der sich ein bisher informeller Kreis säkularer Humanisten als Verein organisierte. Die „Initiative Säkularität, Aufklärung und Humanismus Saarland (ISAH Saarland) hat sich zum Ziel gesetzt, zukünftig die Interessen konfessionsfreier, humanistisch orientierter Menschen im Land öffentlich zu vertreten.
Das Saarland ist trotz voranschreitender Säkularisierung gesellschaftlich und politisch noch stark kirchlich geprägt. Dennoch gehören über 30% der Saarländerinnen und Saarländer keiner Konfession an. Diesem Teil der Bevölkerung möchte ISAH Saarland eine kritische, säkulare und humanistische Stimme verleihen. Der Verein setzt sich für die weltanschauliche Neutralität des Staates ein und fordert eine bessere Berücksichtigung der Belange nichtreligiöser Menschen in den Bereichen Bildung, bei ethischen Debatten sowie bei der Repräsentanz in öffentlichen Gremien.
ISAH Saarland versteht sich ausdrücklich nicht als religionsfeindlich, sondern als Stimme für eine offene und pluralistische Gesellschaft. Grundlage der Vereinsarbeit sind Aufklärung, Vernunft, Menschenwürde, Selbstbestimmung und soziale Verantwortung.
Die Initiative befürwortet z.B. die Einführung nichtkonfessioneller Religionskunde oder eines Ethikunterrichts bereits in der Grundschule, setzt sich ein für ein selbstbestimmtes Leben im Alter und am Lebensende und fordert einen kritischen Umgang mit religiösem Fundamentalismus.
Die Gründung steht auch im Zeichen des Gottesbezugs, der 2026 in eine neu geschaffene Präambel der Saarländischen Verfassung aufgenommen wurde. Die Durchsetzung dieser Forderung religiöser Kreise zeigte nach Auffassung der Initiative eine bedenkliche Verflechtung von Religion und Politik.
„Religionsfreiheit bedeutet auch die Freiheit von Religion – und beides muss durch den Staat gleichermaßen gewährleistet werden“, erklärt die Initiative.
ISAH Saarland lädt alle Menschen zur Mitwirkung ein, die sich für Säkularität, Humanismus und eine weltanschaulich offene Gesellschaft einsetzen möchten. Mehr Infos und Kontakt unter www.isahsaar.de.
In der Gründungsversammlung wurde ein Vorstand gewählt (v.l.n.r.):
Vorsitzender: Werner Röhrig
Stellvertretende Vorsitzende: Isabel Bicker
Schatzmeister: Joachim Steffen
